Logo Rucksackschule Dresden

Tee aus dem Birkenporling - ein Naturpädagogik-Projekt für den Winter

Birkenporling in der Dresdner HeideAuch im Januar lässt sich in der Natur noch einiges entdecken – sogar Pilze. Der Birkenporling (Fomitopsis betulina) ist ein besonders spannender Fund. Aber Achtung! Immer wenn es um Pilze geht, gilt: nur die Pilze sammeln, die man sicher identifizieren kann. Im Zweifel eine sachverständige Person hinzuziehen, niemals nur auf Bilder (auch nicht auf die hier im Artikel) oder Apps verlassen.

Der Birkenporling kommt ausschließlich an Birken vor, meist an toten oder geschwächten Stämmen. Er ist durch seinen braunen Hut mit weißen Sprenkeln gut erkennbar. Der Hut hat eine halbkreis- bis nierenartige Form und kann bis zu 20 cm im Durchmesser erreichen. Er darf nicht mit dem Zunderschwamm (Fomes fomentarius) verwechselt werden. Dieser wächst ebenfalls gern an Birken, unterscheidet sich jedoch durch seine dunklere Farbe und die deutlichen konzentrischen Wulste. Zudem ist der Zunderschwamm so hart wie Holz und lässt sich nicht eindrücken. Das Futter des Zunderschwamms ist deutlich dunkler als das des Birkenporlings. Allerdings: der Zunderschwamm ist nicht giftig, eine Verwechslung wäre zumindest nicht gefährlich.

Sammeln

Für die Zubereitung von Tee sollten junge Exemplare gesammelt werden, deren Fleisch noch schön elastisch ist und die ein weißes Futter haben. Je später im Winter man sucht, um so schwieriger wird es, gute Exemplare zu finden, wirklich schwierig ist es aber nicht. Die Pilze lassen sich mit einem Messer leicht vom Baum schneiden (wenn nicht, sind sie alt und nicht tee-tauglich). Beim Sammeln das Waldgesetz beachten: nur für den Eigenbedarf sammeln und in Schutzgebieten überhaupt nicht.

Fertiger Tee aus dem BirkenporlingTrocknen

Die Birkenporlinge werden dann in dünne Scheiben geschnitten. Die Scheiben sollten nicht zu dick sein (max. 5mm), um die weitere Verarbeitung einfach zu machen. Die Pilzscheiben müssen nun getrocknet werden, ähnlich wie man das bei Speisepilzen auch macht. Dazu können sie auf ein Blech gelegt und entweder auf dem Ofen oder auf einer Heizung getrocknet werden, ein Dörrautomat geht natürlich auch. Es ist wichtig, dass die Scheiben gut belüftet sind, um Schimmelbildung zu vermeiden, und regelmäßig gewendet werden. Die Scheiben sind ausreichend getrocknet, wenn sie beim Zerbrechen knacken oder rascheln. Dazu ist mitunter die Hilfe eines Backofens nötig.

Zerkleinern und Tee zubereiten

Nach dem Trocknen werden die Pilzscheiben zu Granulat oder Pulver zerkleinert. Dazu eignet sich beispielsweise ein Gemüsehäcksler oder ein Mörser. Trocken gelagert halten Granulat oder Pulver mehrere Jahre. Für die Zubereitung des Tees wird eine Menge von etwa 2-3 Teelöffeln Granulat mit einem halben Liter Wasser übergossen. Das Ganze wird aufgekocht und für 20 bis 30 Minuten köcheln gelassen, bevor der Tee abgeseiht wird.

Heilwirkung des Birkenporlings

Birkenporling-Tee besitzt zahlreiche positive Eigenschaften. Der Geschmack gehört nicht unbedingt dazu, der Tee ist nämlich ziemlich bitter. Aber: getreu dem Sprichworter "Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund" fördert er die Verdauung und kann bei Beschwerden wie Sodbrennen helfen. Zudem wirkt er entzündungshemmend und besitzt antibiotische Eigenschaften. Der Tee kann auch bei Müdigkeit, Hautproblemen und Atemwegserkrankungen unterstützend wirken.